Zeitschrift Höhenlage / Bergkrankheit

Nerviger Guide im Hochgebirge

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Höhenlage / Bergkrankheit
Eingefügt: 31.05.2016
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Eine der größten Gefahren in großen Höhen ist die sogenannte Höhen- oder Bergkrankheit, die nicht nur ernsthafte gesundheitliche Probleme, sondern auch den Tod nach sich ziehen kann. Sie entsteht durch eine schlechtere Sauerstoffver­sorgung des Körpers aufgrund eines mit zunehmender Höhe abnehmenden Luftdrucks. Bei jeder Wanderung oder Bergbesteigung in großer Höhe ist es daher notwendig, der sogenannten Akklimatisierung Zeit zu widmen, dank der Sie einige der unangenehmen Auswirkungen der Höhenkrankheit praktisch beseitigen können. Die Zeit zum Akklimatisieren zahlt sich auf jeden Fall aus, da Sie die Top-Panoramen viel eher ohne Kopfschmerzen genießen können.

Höhenbänder

Die Wirkung der Höhe auf den Körper

  • Absolut sichere Zone 0–2 500 m über dem Meeresspiegel: Für die allermeisten Menschen eine absolut sichere Zone, in der die Auswirkungen der Höhe fast unbekannt sind. – Sicherheitszone 2.500–3.300 m über dem Meeresspiegel: In solchen Höhen werden die meisten Nicht-Akklimatisierenden bereits beim Aufstieg bemerken, dass sie stärker atmen. Allerdings leiden hier nur wenige Menschen unter anderen unangenehmen Höhenerscheinun­gen. – Niedriger Gefahrenbereich 3.300–4.000 m über dem Meeresspiegel: Sollten Sie in solchen Höhen schlafen, sollten Sie bereits an eine Akklimatisierung denken. Wer im Rahmen einer eintägigen Besteigung solche Höhen erklimmt und dann „tief“ schläft, muss sich damit nicht herumschlagen. – Gefahrenzone 4 000–6 000 m über dem Meeresspiegel: eine Zone, in der auch nicht akklimatisierte Personen schwere Anzeichen der Höhenkrankheit bekommen können. Gleichzeitig ist es jedoch eine Zone, in der Sie sich noch vollständig akklimatisieren und hier lange verweilen können. Die höchstgelegenen bewohnten Dörfer der Welt liegen rund 5.500 m über dem Meeresspiegel, jedoch haben die hier lebenden Einwohner weit mehr rote Blutkörperchen als Menschen in „normalen“ Höhen. – Sehr gefährliche Zone 6.000–8.000 m über dem Meeresspiegel: eine Zone, in der ein langfristiger Aufenthalt aufgrund des allmählichen Abbaus des Organismus nicht mehr möglich ist. Im Rahmen von Bergbesteigungen müssen Sie sich an einen ausgeklügelten Akklimatisati­onsplan halten. – Todeszone über 8.000 m über dem Meeresspiegel: Die meisten Menschen überleben hier nur mit Atemschutzgerät. In einer solchen Höhe zu schlafen ist extrem gefährlich. Kurzum: Sie müssen sich nicht mit einer Höhe von bis zu viertausend Metern über dem Meeresspiegel herumschlagen, dann ja, vor allem schlafen. Die Grenze der wirklich großen Höhe liegt bei etwa sechstausend Metern über dem Meeresspiegel.

Faktoren, die den Zustand verbessern / verschlechtern

Was Sie tun können, um die Höhe besser zu tolerieren

  • ** Genetik: ** Dies liegt leider daran, dass Ihre Höhenresistenz weitgehend genetisch bedingt ist. Zwei scheinbar identische Trekker/Kletterer, die dem gleichen Akklimatisierun­gsprogramm folgen, können ganz unterschiedlich ausfallen. Der eine wird im Zelt unter Kopfschmerzen leiden und der andere wird noch irgendwo auf dem Aussichtspunkt den Sonnenuntergang fotografieren. Ideal ist es, sich erst nach und nach (3500–4000–4500, etc.) innerhalb einzelner Expeditionen zu testen und nicht gleich 8000 klettern zu wollen (auch wenn man die technische Seite hat). Wenn Sie feststellen, dass Sie große Höhen härter tolerieren als andere, müssen Sie mehr über die Akklimatisierung nachdenken. Umgekehrt können Sie das mitunter sehr lange Akklimatisierun­gsprogramm abkürzen, wenn Sie sich für große Höhen „gemacht“ fühlen. – ** Alter: ** Das Alter hat auch einen Einfluss auf die Höhentoleranz. Es wird am besten von kleinen Kindern und Jugendlichen ertragen. – **Körperkonsti­tution: ** Die Muskulatur verbraucht viel Sauerstoff, so dass auch aus diesem Grund Höhenmenschen von sehnigen Menschen besser vertragen werden als muskulöse Menschen. Wenn Sie also wissen, dass Sie in ein paar Monaten zu großen Höhen aufsteigen werden, ist es definitiv besser, zu laufen oder Fahrrad zu fahren, als zum Volumentraining ins Fitnessstudio zu gehen. – ** Dehydration **: Die Einhaltung eines guten Trinkregimes ist in allen Höhenlagen wichtig, insbesondere jedoch in großen Höhen. Dichtes Blut versorgt den Körper weniger gut mit Sauerstoff (zusätzlich besteht die Gefahr von mehr Erfrierungen oder Blutgerinnseln). Darüber hinaus haben viele Menschen in höheren Lagen subjektiv weniger Trinkbedarf, sodass sie möglicherweise überwinden müssen. – **Erkältung: **Wirkung oft ziemlich unterschätzt. Der Winter beschleunigt unseren Stoffwechsel, sodass Sie auch mehr Sauerstoff verbrauchen. Wenn möglich und die natürlichen Bedingungen es zulassen, versuchen Sie, sich subjektiv noch warm zu halten. – ** Alkohol: ** Das Trinken von Alkohol in großen Höhen wird im Allgemeinen nicht empfohlen. Durch die Aufnahme von Alkohol in das Blut wird auch die aufgenommene Sauerstoffmenge reduziert. Gleichzeitig dehydriert Alkohol den Körper. Darüber hinaus ist die Wirkung von Alkohol in großen Höhen bis zu 3-mal stärker als auf Meereshöhe, wodurch andere negative Effekte wie die (Un-)Gewissheit beim Gehen, die im bergigen Gelände absolut entscheidend ist, deutlich beschleunigt werden. – ** Nahrung: ** in großen Höhen ist es auch nicht geeignet, fetthaltige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Der Körper hat nicht genug Sauerstoff, um diese Art von Nahrung in Energie umzuwandeln. Viel besser geeignet sind leichte Mahlzeiten mit viel Zucker und Mineralstoffen. – **Wetter: ** Überraschenderweise wirkt sich auch das Wetter auf die Ausdauer aus. Hoher Luftdruck – gutes Wetter – verbessert die Sauerstoffver­sorgung. Umgekehrt macht ein niedriger Druck – schlechtes Wetter – es noch schlimmer. – ** Geschwindigkeit der eigenen Bewegung: ** In großen Höhen lohnt es sich „nicht zu rennen“ und zielstrebig langsam zu gehen. Erfahrene Bergführer geben beim Klettern oft ein buchstäblich Schneckentempo vor. Schnelle Bewegung ermüdet und verbraucht vor allem viel Sauerstoff. – ** In Eigenregie bewegen: ** Es ist immer besser, langsam alleine in größere Höhen zu kommen, als wenn dich jemand in ein paar Stunden aus dem Unterland irgendwo auf einen Pass bringt. – ** Gute körperliche Verfassung: ** Ausdauertraining verkürzt in der Regel den Zeitaufwand für die Eingewöhnung. – ** Gute Gesundheit: ** Nicht unbedingt erforderlich, um die Höhe zu tolerieren. Aber ein schlechter Gesundheitszustand, vor allem im Atembereich, in Kombination mit großer Höhe kann viel früher und deutlich schlimmer zu Komplikationen führen. // ** Kurzum: ** // mit guter genetischer Ausstattung geboren werden, viel laufen, mehr Sehnen als Muskeln und einen guten Körperbau haben. Klettern Sie langsam, idealerweise bei gutem Wetter, kleiden Sie sich gut, damit Ihnen nicht kalt wird und trinken Sie viel Wasser und keinen Alkohol. Gehen Sie nicht krank in die Berge.

Akklimatisierungsprogramm

Wie man in großer Höhe reift

Akklimatisation – ein Mantra aller Kletterer oder Trekker, die sich im Hochgebirge bewegen. Die Essenz ist nur eine allmähliche Steigerung der erreichten Höhe und damit die Gewohnheit des Organismus zu einer deutlich geringeren Sauerstoffzufuhr. Wenn Sie sich gut akklimatisieren, werden Sie auch die Höhenkrankheit und ihre unangenehmen und gefährlichen Erscheinungsformen beseitigen. Das Angenehme daran ist, dass die Akklimatisierung an eine höhere Höhe individuell bis zu einem Jahr dauert. Ideale Höhe der ersten Nacht: Für den Erfolg des gesamten Treks oder der Bergbesteigung in großen Höhen ist es in der Regel am wichtigsten, die Höhe einzelner Nächte zu planen. Die Manifestationen der Bergkrankheit eskalieren in der Regel nachts. Die erste Nacht einer Expedition sollte für einen Nichtklimatisierten nicht höher als 3.300–3.500 m ü. Höhe der anderen Nächte: Die anschließende Erhöhung der Höhe der anderen Nächte sollte schrittweise im Bereich von 300–500 Höhenmeter pro Tag erfolgen. Das ist leicht gesagt, aber manchmal schwieriger. Leider ist dies bei einigen Reibungen schwierig anzuwenden. Go high – sleep low: Dies ist eine weitere klassische Regel für eine gute Akklimatisierung. Bewegen Sie sich tagsüber ruhig, sogar 300 Meter höher als Sie schlafen. Erfahrene Bergsteiger gehen nach Erreichen des Schlaflagers, wenn es am höchsten Punkt des Tages ist, oft leicht bergauf, um höher als das Lager zu gelangen. Ruhetage: Nach jeweils ca. 1.000 Höhenmeter (4.500 m ü. M. – 5.500 m ü und die Höhe aufnehmen. Idealisten und Theoretiker empfehlen auch 2 bis 3 Tage Ruhe, aber nur wenige können darauf verzichten. Wenn Sie jedoch diese Zeit haben und es einen Ort gibt, an dem Sie herumlaufen können, ist diese Option definitiv optimal. Temporäre gezielte Abfahrten: Das ist für uns Reisende oder Trekker nicht mehr so wichtig, für die die Grenze von 6.000 m ü und erst dann in der nächsten Ausgabe fortfahren. Kurzum: Die Dauer der Akklimatisation hängt natürlich am meisten davon ab, welchen höchsten Punkt Sie überwinden müssen, bzw. den höchsten Punkt der Nacht. Bei einer Höhe von 4.000 braucht man in der Regel drei Tage. Für eine Woche von fünftausend.

Formen und Erscheinungsformen der Höhenkrankheit

Was kann dir passieren, wenn du es unterschätzt

Akute Bergkrankheit (AMS): Die häufigste und mildeste Form der Bergkrankheit, die fast jeder erlebt, der sehr schnell aufgestiegen ist. Die häufigsten Symptome sind Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und sogar Erbrechen, Taubheitsgefühl. HAPE (High Altitude Pulmonary Oadema): Dies ist bereits eine sehr ernste Erkrankung. Sie erkennen es an einem Husten mit gelegentlich schaumigem Schleim oder Blut. Große Müdigkeit, manchmal fast unmöglich aufzustehen. HACE (High Altitude Cerebral Oadema): Die schwerste Erkrankung, die oft tödlich endet, wenn sie nicht schnell behoben wird! Der Betroffene beginnt sich oft wahnsinnig zu verhalten, leidet an Halluzinationen, kann aggressiv oder völlig apathisch sein mit Unfähigkeit aufzustehen. Koordinations- und Gleichgewichtsver­lust – bleibt nicht auf den Beinen. Er mag betrunken wirken. Kurzum: Unterschätzen Sie die Bergkrankheit nicht wirklich. Im besten Fall ruinieren Sie den Aufstieg oder die Wanderung bei schlechterer Gesundheit.

Wie man einen Ausbruch der Bergkrankheit bekämpft

Vor allem schämen Sie sich nicht, abzusteigen!

Leichte Symptome: Wenn bei Ihnen leichte Symptome auftreten, wie die häufigsten Kopfschmerzen, siehe AMS, versuchen Sie, am nächsten Tag in dieser Höhe zu warten – die Symptome sollten verschwinden. Sich verschlechternde Höhenkrankheit: Wenn Sie leichte Symptome ignorieren und weiter aufsteigen, wird sich Ihr Zustand höchstwahrsche­inlich verschlechtern, manchmal sehr schnell. Hier hilft nur der Abstieg unten – oft reichen schon 500–1000 Höhenmeter, um die Kondition zu verbessern. Schwerer medizinischer Zustand: Wenn Sie die sich verschlechternden Symptome unterschätzen, können Sie auch eine tödliche Hirnschwellung entwickeln. Die einzige Rettung ist hier im Grunde der schnellstmögliche Zug, so niedrig wie möglich. Außerdem meist mit fremder Hilfe, da Sie dazu nicht mehr die geistigen und körperlichen Fähigkeiten haben. Die Grenze der Verbesserung liegt normalerweise unter viertausend Metern über dem Meeresspiegel. Kurzum: Wenn Sie Symptome einer Bergkrankheit verspüren, steigen Sie nicht weiter auf. Wenn sie schlimmer werden, schmieren Sie schnell, wenn Sie die Gesundheit mögen.

Medikation

Was kann dir helfen

Klassische Kopfschmerzta­bletten können Ihnen oft schaden, weil Sie nicht so schnell feststellen, dass sich Ihre Symptome der Bergkrankheit verschlimmern. Diamox: wird oft zur Vorbeugung, aber auch als Heilmittel gegen die Höhenkrankheit verwendet. Es hat auch Nebenwirkungen. Dexamethason: bei Hirnödem Nefidipin: bei Lungenödem

Applaus dem Autor des Artikels!
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Praktische Information