Das monumentale “Südböhmische Meer“
Nur etwa 6 km nördlich von Třeboň liegt der größte Teich Tschechiens. Der Fluss Lužnice fließt durch den Teich, der zur Fischzucht genutzt wird. Er wurde Ende des 16. Jahrhunderts von Jakub Krčín angelegt. Rožmberk ist somit der Beweis dafür, dass menschlicher Erfindungsgeist, gepaart mit Respekt vor der Natur, ein Kunstwerk schafft, das Jahrhunderte überdauern wird.
Heute ist Rožmberk das Herzstück der Region Třeboň und ein Symbol der tschechischen Fischzucht. Es ist nicht nur ein technisches Denkmal, sondern ein lebendiges Ökosystem und ein Ort der Erholung.
Beeindruckende Dimensionen
Die Katasterfläche des Teichs beträgt 647 ha. Die Fläche des überfluteten Bereichs bei normalem Wasserstand wird mit 489 ha angegeben; die Differenz dient der Rückhaltung bei Hochwasser. Das Volumen des zurückgehaltenen Wassers beträgt 6,3 Millionen m³. Die maximale Tiefe beträgt 10 m.
Weltrekordhalter
Der Rožmberk-Teich ist flächenmäßig der größte Teich nicht nur in Tschechien, sondern weltweit (vorausgesetzt, man versteht unter einem Teich eine von Menschenhand geschaffene und mit Dämmen ausgestattete Anlage, die das Befüllen und Entleeren mit Wasser ermöglicht und hauptsächlich für die Fischzucht genutzt wird).
Geschichte
Die Geschichte des Rožmberker Teichs begann im Jahr 1584. Damals startete der geniale Regent des Gutes Rožmberk, Jakub Krčín von Jelčany und Sedlčany, ein beispielloses Bauprojekt. Das Ziel war klar: den unberechenbaren Fluss Lužnice zu bändigen und einen riesigen Stausee für die Fischzucht zu schaffen.
Der Bau dauerte bis 1590, und bis zu 800 Menschen arbeiteten täglich daran. Ohne Bagger, ohne moderne Technik – nur mit Schaufeln, Rädern und Pferdesätteln. Krčín sah sich enormem Druck und Spott ausgesetzt, da man ihm unterstellte, ein solches Bauwerk könne nicht bestehen. Doch er vertraute seiner Intuition und seinen Berechnungen.
Dieses Bauwerk, das Renaissance-Ingenieurskunst, Naturkräfte und die Ruhe Südböhmens vereint, ist mit einigen Veränderungen bis heute erhalten geblieben. Der Teich war einst sogar noch größer als heute. Man schätzt seine Fläche auf 1000–1060 Hektar.
Monumentaler Staudamm
Was Rožmberk zu einem technisch einzigartigen Ort macht, ist vor allem sein Staudamm. Seine Maße sind selbst nach über 400 Jahren noch erstaunlich: Er ist 2355 Meter lang, an der Basis 55 bis 60 Meter breit, in der Krone bis zu 12 Meter hoch und 11 Meter breit. Er ist mit jahrhundertealten Eichen bepflanzt, deren Wurzeln ein unsichtbares Netzwerk bilden, das die gesamte Gießkonstruktion verstärkt.
Der Weg entlang des Staudamms unter den Kronen alter Eichen zählt zu den schönsten Routen der Region. Er bietet atemberaubende Ausblicke auf die Wasseroberfläche, die am Horizont mit dem Himmel verschmilzt. Der Hain aus Seggeneichen ist aufgrund seiner Einzigartigkeit einer der geschützten Baumdenkmäler Tschechiens.
Fischereimuseum
Am westlichen Rand des Staudamms befindet sich das Fischereimuseum, das 2025 in Zusammenarbeit mit der Fachschule für Fischerei und Wasserwirtschaft in Třeboň gegründet wurde. Im Museum erfahren Sie mehr über die Geschichte der Fischzucht und andere interessante Fakten rund um dieses Thema.
Kleinwasserkraftwerk
Unterhalb des Staudamms befindet sich seit 1922 an der Mündung des Flusses Lužnice ein kleines Wasserkraftwerk mit zwei Francis-Turbinen und einer Leistung von 240 kW. Das Kraftwerk ist insofern einzigartig, als es sich neben einem Stausee befindet, der der Fischzucht dient. Daher ist der Einlauf mit Rechen ausgestattet, um zu verhindern, dass Fische entkommen.
Hochwasserschutz
Während der verheerenden Überschwemmungen von 2002 hielt der massive Rožmberk-Staudamm dem Sturm stand und bewahrte Prag und andere Städte vor noch größeren Zerstörungen. Das Rückhaltevermögen des Stausees ist enorm – er kann kurzzeitig Millionen Kubikmeter zusätzliches Wasser aufnehmen.
Denkmal auf dem Staudamm
Etwa 400 Meter vom Museum entfernt steht auf dem Damm ein Metallkreuz auf einem Steinsockel. Der Sockel ist mit drei ineinander verschlungenen Karpfen verziert. Das Denkmal erinnert an ein Ereignis aus dem Jahr 1846, als einer der Wilderer bei einer Auseinandersetzung zwischen Fischereiaufsehern und Wilderern ums Leben kam. Laut ärztlichem Gutachten starb er an Herzversagen, doch die Menschen gaben dem Fischer die Schuld an seinem Tod. Bis heute sagt man: „Hier wurde ein Wilderer wegen drei Karpfen getötet.“
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