Eine architektonische Perle über dem Vajgar-Teich
Im historischen Zentrum von Jindřichův Hradec befindet sich nach der Prager Burg und Český Krumlov die drittgrößte Burganlage Tschechiens. Dieser monumentale Komplex erhebt sich über dem Vajgar-Teich am Zusammenfluss von Nežárka und Hamerský und hat sich im Laufe der Jahrhunderte auf eine Fläche von heute dreieinhalb Hektar ausgedehnt.
Geschichte
Die Geschichte des Schlosses ist ein faszinierendes Beispiel architektonischer Stilrichtungen. Alles begann im 13. Jahrhundert mit dem Bau einer gotischen Burg der Herren von Hradec. Im 16. Jahrhundert wurde der einfache Burgsitz zu einem repräsentativen Schloss ausgebaut. 1773 brannte Schloss Hradec Králové nieder und verfiel zusehends.
Umfangreiche Rekonstruktion
1976 begann eine umfassende Sanierung des Geländes, die mit Unterbrechungen fast zwanzig Jahre dauerte. Der verfallene Schlosskomplex wurde gerettet und 1993 wiedereröffnet. Heute erstrahlt das Schloss in vollem Glanz und ist ein lebendiger Ort mit Kultur, Konzerten und nächtlichen Führungen. Es ist auch ein beliebtes Ziel für Filmemacher (beispielsweise wurde hier das Märchen „Von der Hölle zum Glück“ gedreht).
Schlossinterieurs
Heute bietet das Schloss mehrere Rundgänge an, die Geschichts- und Kunstliebhaber zufriedenstellen werden. Besonders hervorzuheben ist die Gemäldegalerie Černín, wo man Werke barocker Meister in authentischen Interieurs und die Schlossküche bewundern kann, die zu den am besten erhaltenen schwarzen Küchen unseres Landes zählt.
Brunnen im Innenhof
Der Brunnen im dritten Hof des Schlosses Jindřichův Hradec stammt aus der Zeit um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert. Er wird durch ein rekonstruiertes, reich verziertes schmiedeeisernes Gitter ergänzt.
Runddach und Arkaden
Zwischen 1591 und 1596 schufen italienische Baumeister auf dem Felsen über dem Zusammenfluss der Bäche Nežárka und Hamerský wunderschöne Arkaden und einen einzigartigen Gartenpavillon, den Rondel, der als einer der Höhepunkte des Manierismus in Mitteleuropa gilt.
Rundel
Neben seiner repräsentativen Funktion diente das Rondel vor allem der Ausrichtung von Bällen und Konzerten. Interessanterweise spielten die Musiker im Keller unter dem Gebäude, und der Klang verbreitete sich durch eine Öffnung im Boden. In der Zeit des Niedergangs wurde der Raum zeitweise als Holzschuppen, Wildlager oder Stall genutzt. Glücklicherweise erfolgte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine umfassende Sanierung der Schlossgebäude, und das Rondel erfüllt nun wieder seinen ursprünglichen Zweck. Besonders hervorzuheben sind die hervorragende Akustik und die prachtvolle, vergoldete Dekoration, die die Besucher in die Zeit glanzvoller Feste des Adels zurückversetzen.
Vergoldete Innenräume
Das Innere des Rondels ist reich mit Skulpturen und vergoldeten Verzierungen geschmückt.
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