Weitläufige Sandgruben – vom Abbau bis zur Freizeitgestaltung
Am südlichen Stadtrand von Veselí nad Lužnicí befindet sich ein Sandgrubenkomplex, der oft als „Südböhmisches Meer“ bezeichnet wird. Er zählt zu den schönsten Überresten des Bergbaus in Tschechien. Gelegen im Landschaftsschutzgebiet Třeboňsko, direkt neben dem Dorf Vlkov nad Lužnicí, bietet er eine faszinierende Kombination aus Technikgeschichte und einzigartiger Natur.
Geschichte
Intensiver Kies- und Sandabbau fand hier hauptsächlich in den 1950er- bis 1980er-Jahren statt. Der Sand von diesem Standort war aufgrund seiner Qualität und Reinheit sehr geschätzt. Nach dem Abbau füllten sich die Senken auf natürliche Weise mit Grundwasser des nahegelegenen Flusses Lužnice. Nach und nach wurde der Abbau verlagert und Teile des Geländes wurden trockengelegt, wodurch insgesamt fünf große Gewässer mit einer Fläche von über 100 Hektar entstanden.
Paradies zum Schwimmen und Angeln
Die Sandgruben von Vlkov sind heute ein beliebtes Reiseziel für Touristen aus ganz Südböhmen und Österreich. Sie sind bekannt für ihr klares Wasser (dank des sandigen Untergrunds, der als Filter wirkt) und ihre weitläufigen Sandstrände. Vlkov gilt historisch als einer der ältesten und beliebtesten Orte für FKK-Anhänger in Tschechien. Hier werden ausgewiesene Bereiche für Nudisten toleriert und haben eine eigene, langjährige Gemeinschaft.
Sport und Entspannung
Die Umgebung ist von flachen Radwegen durchzogen, die sich ideal für Familien mit Kindern eignen. Die Sandkästen sind zudem ein beliebtes Angelrevier. Obwohl sie der Erholung dienen, liegen sie in einem Naturschutzgebiet. Dies trägt dazu bei, die Umgebung sauber zu halten und den Verkehrslärm zu reduzieren.
Wasser, das nicht "blüht"
Dank der Tiefe (stellenweise bis zu rund 12 Meter) und des sandigen Untergrunds, der als Filter dient, bleibt das Wasser hier auch im heißen Spätsommer sauber, wenn die meisten Teiche in Südböhmen unter Cyanobakterien leiden.
Sandbank bei Vlkov (Tschechische Sahara)
Am südlichen Rand der Sanddünen befindet sich ein einzigartiges Naturdenkmal – eine Sanddüne. Sie ist eine der wenigen erhaltenen Wanderdünen in Tschechien. Hier findet man eine besondere Tier- und Pflanzenwelt (z. B. sandliebende Pflanzen oder Wildbienen), die eher an eine Halbwüste als an eine südböhmische Landschaft erinnert. Es handelt sich um ein Gebiet von europäischer Bedeutung.
Naturschutzgebiet
Das Naturschutzgebiet Písečný presyp steht seit 1954 unter Schutz und umfasst eine Fläche von 0,84 ha. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Düne von Natur aus kahl. Heute werden Bereiche mit sauberem Sand durch die künstliche Entfernung der Vegetation erhalten. In den offenen Bereichen der Düne findet sich hellgelber Feinsand, auf dem sich bei stärkerem Wind Dornensträucher bilden.
Verbindung mit Lužnice
Die Sandgruben sind vom Flussbett der Lužnice nur durch schmale Wald- und Wiesenstreifen getrennt. Bei Hochwasserereignissen (wie beispielsweise 2002) verschmolzen Fluss und Sandgruben zu einem einzigen riesigen Gewässer, wodurch sich das Uferrelief dramatisch veränderte.
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