Tschechien

Artikel Prag - Hauptbahnhof

Ein historisches Juwel im Herzen von Prag

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Prag - Hauptbahnhof
Eingefügt: 12.01.2025
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com
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Der Prager Hauptbahnhof ist nicht nur ein Verkehrsknoten­punkt, sondern auch ein architektonisches Juwel mit einer reichen Geschichte. Es stellt somit ein wahrhaft majestätisches Tor zu unserer Metropole dar. Das heutige Erscheinungsbild ist das Ergebnis vieler Umbauten und Baustile, die hier ineinandergreifen.

Im Jahr 1869 wurde an dieser Stelle mit dem Bau des ersten Bahnhofsgebäudes im Stil der Neorenaissance begonnen. Der Bahnhof, damals Bahnhof Kaiser Franz Joseph I. genannt, wurde am 14. Dezember 1871 eingeweiht.

Das historische Gebäude des Prager Hauptbahnhofs ist daher ein geschütztes Kulturdenkmal.

Rekonstruktion von Josef Fanta

Mit der wachsenden Bedeutung des Schienenverkehrs reichte das ursprüngliche Gebäude jedoch bald nicht mehr aus. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entschloss man sich daher zu einem Umbau und einer Erweiterung. Der Entwurf von Josef Fanta, der einen Jugendstilneubau entwarf, gewann den Architekturwet­tbewerb. Der Bau fand zwischen 1901 und 1909 statt und das Ergebnis war ein beeindruckendes Werk, das wir noch heute bewundern.

Rekonstruktion von Josef Fanta
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Jungengebäude

Das dominierende Element des gesamten Komplexes ist das Fant-Gebäude, das als eines der schönsten Jugendstilgebäude in Prag gilt.

Jungengebäude
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com
Jugendstilperle
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Jugendstilperle

Fantas Architektur zeichnet sich durch reiche Verzierungen, Buntglasfenster, Stuckdekorationen und skulpturale Elemente aus. Der zentrale Saal wird durch ein Glasgewölbe beleuchtet, was dem Innenraum Luftigkeit und Eleganz verleiht.

Schon von außen beeindruckt das Gebäude durch seine Monumentalität und reiche Dekoration. Die Fassade ist mit Stuck, allegorischen Skulpturen und Reliefs verziert, die sich auf Eisenbahnen und Transport beziehen. Das dominierende Element ist die Fassade mit einem großen Glasfenster, das die Haupthalle erhellt. Über dem Eingang befindet sich eine Skulptur mit einem geflügelten Rad, einem Symbol der Eisenbahn.

Rekonstruktion der Räumlichkeiten des Fanta-Gebäudes

Anfang 2024 wurde eine umfangreiche Sanierung des Fanta-Gebäudes abgeschlossen, die ihm seinen ursprünglichen Glanz zurückgab. Fassaden, Buntglasfenster, Stuckdekorationen und andere Innenelemente wurden restauriert. Heute können wir diese Jugendstilperle in ihrer vollen Schönheit bewundern.

Einige Bereiche sind jedoch nur im Rahmen bestellter Führungen zugänglich.

Rekonstruktion der Räumlichkeiten des Fanta-Gebäudes
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Haupthalle

Der Hauptsaal beeindruckt die Besucher mit seinem Glasgewölbe, den hohen Decken und dem Marmorboden, der den Eindruck eines Theaterraums vermittelt. Das durch das Buntglas eindringende Licht erzeugt ein Spiel aus Farben und Schatten, das dem Innenraum eine magische Atmosphäre verleiht.

Haupthalle
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Gewölbe der Haupthalle

Das Glasgewölbe über der Haupthalle ist ein Meisterwerk der Glaskunst. Seine Konstruktion besteht aus Stahlträgern und Glasfüllungen mit ornamentalen Motiven. Buntglasfenster zeigen allegorische Figuren und Symbole, die den technologischen Fortschritt und den Transport feiern.

Gewölbe der Haupthalle
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Foyer-Café

Dieser charmante Jugendstilraum diente ursprünglich als Wartezimmer für die Passagiere I. und II. Klassen. Es ist mit reichem Deckenstuckdekor und verbundenen Kunststoffelementen verziert. Die Wände und die Decke des Saals sind mit reichen Stuckornamenten mit pflanzlichen und geometrischen Motiven verziert, die typisch für den Jugendstil sind.

Interessant ist, dass es sich um den einzigen Teil des historischen Nordflügels handelt, der über eine Flachdecke verfügt, denn überall sonst weist die Decke ein Tonnengewölbe auf.

Foyer-Café
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Fants Halle

Der beeindruckende Saal mit einer Gesamtfläche von 356 m2 diente ursprünglich als Restaurant I. und II. Klassen. Der monumentale Raum mit Tonnengewölbe und Lünetten ist mit bunten Buntglasfenstern mit dem Motiv eines Flügelrads, dem Symbol der Eisenbahn, geschmückt.

Fants Halle
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Vergoldetes Staatswappen

Bei der Rekonstruktion wurde an der Wand ein aufgemaltes vergoldetes Staatswappen der Ersten Republik mit der Aufschrift „Die Wahrheit siegt“ gefunden. Nach der Erklärung der unabhängigen Tschechoslowakei im Oktober 1918 sollte TG Masaryk nach seiner Rückkehr aus dem Exil als erster Präsident der Tschechoslowakei mit diesem Emblem begrüßt werden.

Unter dem Emblem ist eine Nachbildung einer monumentalen Uhr aus der Zeit angebracht.

Vergoldetes Staatswappen
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Multifunktionaler Raum

Heute dient der wunderschön rekonstruierte Saal als multifunktionaler Raum für verschiedene Veranstaltungen. Der Saal wird von originalen Jugendstil-Kronleuchtern aus Messing beleuchtet, ergänzt durch moderne verstellbare Reflektoren entlang der Wandränder. Es besteht die Möglichkeit, es gewerblich zu vermieten.

Multifunktionaler Raum
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Verbindungskorridor

Ein Korridor mit Tonnengewölbe und reicher Bemalung führt von Fants Halle nach Norden. An den Wänden hängen allegorische Masken, die einzelne Kontinente darstellen. Bemerkenswert sind auch Nachbildungen historischer Leuchten, wunderschön restaurierte Stuckdekorationen und Gemälde mit Blumenmotiven.

Verbindungskorridor
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Säulenhalle

Am Ende des Korridors befindet sich der Säulensaal, ein wahres Juwel der tschechischen Jugendstilarchi­tektur. Es war als Wartesaal und Restaurant III gedacht. Klassen. Die Besucher werden von der reichen Stuckverzierung und den gut erhaltenen farbigen Buntglasfenstern mit Jugendstilmotiven beeindruckt sein.
Der Name der Halle ist darauf zurückzuführen, dass der gesamte monumentale Raum durch vier massive Säulen gegliedert ist.

Säulenhalle
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Die Hauptpfeiler

Die weiblichen Figuren auf den vier Hauptsäulen erinnern an die vier Jahreszeiten. Die Seitensäulen sind mit allegorischen Figuren der Jagd, des Fischfangs, der Feld- und Landarbeit verziert.

Die Hauptpfeiler
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Keramikmosaiken

Auf den Säulen sind die ursprünglichen Keramikmosaiken aus Rákovnice Šamotka erhalten geblieben. Sie blieben in einem intakten Zustand erhalten, obwohl hier Mitte des 20. Jahrhunderts eine Bahnhofsgaststätte betrieben wurde.

Keramikmosaiken
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Abschiedsdenkmal

Direkt unter der Kuppel des Fant-Gebäudes im Korridor zu den Bahnsteigen befindet sich das „Farewell Memorial“. Es handelt sich um eine exakte Nachbildung der Holztür mit Außenverkleidung aus Wagen III. Personenzugklassen Diese erinnern zusammen mit einer Gedenktafel an die Rettung von 669 jüdischen Kindern. Dank der Heldentat von Sir Nicholas Winton reisten sie 1939 aus Prag an und entgingen so dem Tod in deutschen Konzentration­slagern. Die feierliche Enthüllung fand am 27. Mai 2017 statt.

Abschiedsdenkmal
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Woodrow Wilson-Plakette

Im Korridor zu den Bahnsteigen, gegenüber dem Abschiedsdenkmal, befindet sich eine Gedenktafel aus weißem Marmor mit einem Porträt des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, der zur Gründung der Tschechoslowakei beigetragen hat. Die Gedenktafel wurde am 16.11.1990 im Beisein von US-Präsident George Bush enthüllt. Dies verlieh der Station auch den Ehrentitel „President W. Wilson Station“.

Woodrow Wilson-Plakette
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Statue von Nicolas Winton

Auf der ersten Plattform gibt es ein bewegendes Bronzedenkmal, eine Statue und eine Gedenktafel, die Nicolas Winton gewidmet sind, der Hunderte jüdischer Kinder vor den deutschen Besatzern rettete. Im Jahr 1939 rettete Winton 669 Kinder vor dem Transport in Konzentration­slager, indem er ihre Ausreise nach England arrangierte. Die Kinder sahen ihre Eltern nie wieder, weil sie in deutschen Konzentration­slagern ermordet wurden. Die Gedenkstätte ist auch den 15.131 in Konzentration­slagern ermordeten Kindern gewidmet.
Am Nebengebäude sind Gedenktafeln an die während der deutschen Besatzung ermordeten Eisenbahner angebracht.

Statue von Nicolas Winton
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com

Neue Check-in-Halle

In den 1970er Jahren wurde vor und unter dem historischen Gebäude eine neue Check-in-Halle errichtet, die 1974 an die U-Bahn-Station angeschlossen wurde. Heute nehmen die meisten eiligen Passagiere das Jugendstiljuwel über sich gar nicht mehr wahr. Wenn man sich die Tafeln mit den Abfahrten der Züge ansieht, kann man sie durch ein aus einem LEGO-Bausatz gebautes Modell des Gebäudes an ihn erinnern.

Neue Check-in-Halle
Autor: Martin Javorský © gigaplaces.com
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