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Reisebericht Wie ich das Nebelhorn nicht bestiegen habe

(aber auf Niedereck)

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Reisebericht Wie ich das Nebelhorn nicht bestiegen habe
Eingefügt: 27.09.2020
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Passend für:
Touristen

Niedereck ist ein Sattel auf einem Bergrücken zwischen den Gipfeln von Rubihorn und Gaisalphorn, der die Täler der Bäche Faltenbach und Gaisalpbach trennt.

Über den Niederecksattel

Nebelhorn ist ein Alpenhügel im bayerischen Allgäu und erreicht eine Höhe von 2224 Metern. Erklimmen Sie ihn von Oberstdrf (auch bekannt für seine Schanzen und Rennen) oder genießen Sie die Seilbahn. Aber dieses Jahr hat der Wiederaufbau meine Pläne, den Gipfel oder zumindest die zweite Umsteigestation zu erobern, etwas durcheinander gebracht. Es endete alles ein bisschen anders. Aber ziemlich gut. Der zweite Sonntag im September versprach schönes Wetter. Temperaturen um 22 Grad und klar, was in diesen Bergen eine Voraussetzung für den vollen Erfolg der Expedition ist. Die Fahrt von Dingolfing (meinem Wohnort) nach Oberstdorf dauert mit der Bahn ca. 4 Stunden und ich habe 25 € für ein Bayern-Ticket (Ganztageskarte) bezahlt, was recht günstig ist. Auch in Oberstdorf kommen wir grundsätzlich planmäßig an, obwohl München aufgrund eines Ausfalls des Sicherheitssystems schon lange langsam fährt. Und so kommen wir gegen halb zehn in einer typischen Alpenstadt unter den Bergen an. Der Bahnhof in Oberstdorf ist durch örtliche Gegebenheiten relativ groß, ähnliche Terminals haben meist maximal zwei Gleise, aber da hier oft große Sportveranstal­tungen stattfinden und die Deutschen gerne die Bahn für diese Rennen nutzen, gibt es ein fünfgleisiger Terminal. Nachdem ich im Bahnhofsgebäude Souvenirs gekauft habe, folge ich den Pfeilen auf die Nebelhornbahn, also zur Seilbahn, wo eigentlich der markierte Weg in die Berge beginnt. Der Weg durch den Ort, rein zur Erholung mit vielen Hotels, Cafés, Restaurants und typischen Alpenhäusern mit geschnitzten Balkonen voller blühender Hibiskus, dauert etwa 15 Minuten. Aber anstatt eine Seilbahn zu bauen, komme ich nur zur Baugrube und zum Informationszentrum dieser Verkehrsbaustelle. Es befindet sich im Umbau und wird zu Ostern 2021 als Hütte eröffnet. Mein Plan war jedenfalls zu Fuß zu gehen, also gehe ich. Nach der Brücke überquere ich den Trettachbach und fahre weiter durch ein Quartier voller Gasthäuser zu den bereits erwähnten Sprungschanzen. Hier erfahre ich, dass aufgrund des Umbaus der Seilbahn nicht alle Wege bis zur ersten Seealpe-Mittelstation befahren werden können, das Restaurant aber geöffnet ist. Also beschließe ich, die Ortsstraße zu erklimmen (man kann noch entlang der Wasserfälle am Faltenbach laufen, aber ich wollte zurückkehren). Die Straße beginnt beim Skisprunggelände und unterquert teilweise die Tribünen, die vor allem um den Jahreswechsel gefüllt werden, wenn hier eine Tour über die vier Brücken stattfindet. Der Betrieb von Autos mit Genehmigung wird durch Ampeln kontrolliert, die Intervalle betragen jedoch etwa 20 Minuten. Auf der ersten Serpentine trennt sich hier der Weg zu den Wasserfällen und ich beginne zu klettern. Der Aufstieg ist nicht steil, aber ziemlich lang. Die Straße ist für Fahrräder befahrbar, jedoch während der Bauarbeiten nur an Samstagen, Sonn- und Feiertagen. An der ersten Kreuzung biegen Sie rechts ab und wählen eine sicherere Straße vor einem markierten Weg, der nach einigen hundert Metern anschließt. In der nächsten Serpentine beginnen die Ausblicke auf das Skisprunggebiet und die Notstützen der Seile der Seilbahn sind zu sehen. In der nächsten scharfen 180°-Kehre soll der oben erwähnte Trail angeschlossen werden, allerdings ist er festgeschnallt und mit der Warnung, dass es sich um alpines Gelände handelt. Ganz zu schweigen davon, dass ich diesen Weg nicht gegangen bin. Ich fahre in zwei weiteren Serpentinen die Straße hinunter, wo ich Einheimische treffe, die Elektrozäune für Weidevieh reparieren. Außerdem gibt es eine Ampel, die den Abschnitt auf der Seealpe in zwei Abschnitte teilt. Auch hier verlangsamt sich der Aufstieg und ich fahre fast geradeaus weiter bis der Weg zu den Wasserfällen mündet. Unter normalen Umständen würde ich hier von der Straße abbiegen und 400 Meter bis zum Restaurant weiterfahren, aber wie fast alles ist es aufgrund des oben Gesagten geschlossen. Die Straße ist etwas länger, aber recht komfortabel. Gleich in der ersten Kurve überquere ich mit einer Brücke den Faltenbach, auf dem Hügel oberhalb der Brücke schaltet die neu gebaute Seilbahnstütze ab und nach einigen zig Metern komme ich an die Stelle, wo Teile einer weiteren Stütze auf den Einbau warten gelagert. Weiter geht es mit ein paar weiteren Serpentinen bis ich auf ca. 1270 m Höhe zu einem offenen Restaurant mit Garten komme. Das Bier mit Blick auf Oberstdorf schmeckt gut, aber da das ganze Tal weiter bis zum Nebelhorn gesperrt ist, wiederum wegen der Bauarbeiten, entscheide ich, was als nächstes zu tun ist. Vor der Option, zurück zu gehen und durch die Dörfer rund um Oberstdorf zu wandern, gewinnt die zweite Möglichkeit, höher zu steigen. Am Ende ist der einzig mögliche Weg nach vorne die rot markierte Straße, deren Wegweiser auf das Rubihorn und eine Fahrzeit von 2 Stunden zeigen. Direkt neben dem Restaurant wird die ehemalige Seilbahnstation rekonstruiert und die Seilbahnstation fast gebaut. Nicht weit von hier, inmitten der Almen, warten alle alten Hütten der beiden Seilbahnabschnitte auf ihr Schicksal. Und ich folge dem Schild. Aber unweit des Bahnhofs ist auch diese Straße neu geschnürt und es gibt ein gelbes Warnschild zur Sperrung der Straße. Da sich aber auf dieser Strecke viele Touristen befinden und mich dieses Verbot eher an winterliche Schilder erinnert, die vor Lawinengefahr warnen, gehe ich weiter. Die Route führt zunächst fast fast entlang der Höhenlinie und nach etwa 300 Metern endet die Sperrung und wie ich später erfahre, kann dieser Abschnitt durch einen Querweg direkt vom Restaurant umfahren werden. Das wusste ich nicht, also nächstes Mal. Durch ein spezielles Tor für Touristen betrete ich die Koppel der Einheimischen, kaue den ganzen Tag an den reichen Büscheln der Alpengräser, mit ständigem Glockenläuten, das auch weit im Tal hörbar ist, dann verwandle ich die Gräser in Milch und kann in Werbespots für großartige lokale Schokoladen-Delikatessen. Das heißt, nicht nur die Bewohner, um nicht des Geschlechterun­gleichgewichts beschuldigt zu werden, gab es unter ihnen Esel. Ich laufe mit ein wenig Respekt durch die Weiden, obwohl die einheimischen Kühe so tun, als ob sie nur an Futter interessiert wären und sich nur bewegen wollen, wenn sie den Raum um sich herum vollständig abgrasen, aber nicht die andere Seite, wenn einige wollten zu laufen, ich glaube, ich hätte in diesem Terrain keine große Chance. Glücklicherweise nähere ich mich dem örtlichen Holzhirtenhaus und beginne, über die Weiden zu klettern. Und Sie entdecken die ersten wirklich schönen Ausblicke auf die Stadt Oberstdorf und ihre Umgebung. Der Weg beginnt im Zickzack entlang des Kamms zu steigen. Es folgt eine Ebene mit mehreren Bäumen, in der man Schatten finden kann, aber dann beginnt der Aufstieg durch die hiesigen Nadelbäume. Ich weiß nicht, was ich vorher fotografieren soll, denn jede Serpetinka bietet einen neuen Blick auf das Tal. Eine solche Schnürung durch das Tal bringt den Touristen etwa 350 Meter über dem Meeresspiegel. Hier jedoch endet der relativ bequeme Fußweg und beginnt einen unbequemen Aufstieg auf einem Weg voller großer Steine, der an mehreren Stellen mit Ketten und Metallstufen gesichert ist. Zum Glück hält dieser Zustand nicht lange an und ich komme auf einen Grat mit einer Wegkreuzung. Der auf dem Stein angebrachte Zwergenwegweiser weist auf eine weitere halbe Stunde zum Rubihorn hin. Vom Grat aus hat man jedoch einen wunderbaren Blick ins Tal mit den Gaisalpseeseen und den Gipfeln des Nebelhorns, aber auch auf das Gaisalphorn (1953 m ü. M.), wo von dort ein nicht markierter Weg führt. Ich überlege, ob ich zurück oder weiter gehen soll, aber nachdem ich den Weg gesehen habe, den Touristen vom zweiten Tal nach oben klettern, ist es entschieden. Ich weiß nicht, wohin ich gehen werde (ich habe keine Karte), aber ich werde auf jeden Fall irgendwie in den Zug einsteigen. Ich werde auch angeben, dass die Kreuzung, an der ich aufgestiegen bin, Niedereck heißt und 1867 m über dem Meeresspiegel liegt.Nach einer kurzen Rast fahre ich weiter. Es ist relativ langsam, weil das Gelände felsig ist und hier und da muss man Ketten verwenden oder Gegnern den Vorzug geben (also ich meine diejenigen, die die entgegengesetzte Richtung gewählt haben). Ich mache noch etwa 20 Minuten mit dem Kamm weiter, aber nach einer Weile jubele ich. Vor mir sehe ich eine Kreuzung mit einem Weg, den ich beschreiten möchte. Von hier aus sind es nur noch 15 Minuten bis zum Rubihorn, aber ich weiß nicht, ob die Zeit für die Fahrt reicht, also fahre ich lieber talabwärts. Unweit der Kreuzung steht ein Denkmal für eines der Opfer der Hausberge. Auf einem steinigen Weg (Vorsicht, hier und da laufen Steine) langsam abwärts Richtung Unterer Gaisalpsee. Die Straße heißt Gaisalpsteig und schlängelt sich genauso wie die von Oberstdorf. Beim Fotografieren steige ich immer wieder ins Tal ab. Am gegenüberliegenden Hang sieht man einen Felsüberhang, über dem eine Hütte (eventuell ein Notlager, ich kenne es aus der Ferne nicht) steht, die auf dem Weg zum Oberen Gaisalpsee (zweiter See in diesem Tal) und weiter nach die Spitze des Geisfuss (1981m.nm). Unter dem Häuschen hört man das Wasser wirklich fließen. Der Fels ist einige Meter nass, der Wasserfall ist nicht direkt sichtbar, aber das Wasser versorgt wohl den See, zu dem ich fahre. Der Unterer Gaisalpsee ist ein Bergsee auf einer Höhe von ca. 1500 m, leider am späten Nachmittag schlechte Lichtverhältnisse meinerseits, aber wie überall in den Alpen … es ist schön hier. Hier führt die Straße endlich eine Weile über die Ebene. Sie beobachten Touristen, die die Sonnenstrahlen nutzen, um Bronze zu fangen, und ein paar Draufgänger versuchen ein paar Tempi im hiesigen, wahrscheinlich nicht sehr warmen Wasser. Wenn ich dachte, der Weg von hier aus wäre ein Spaziergang im Rosengarten, lag ich falsch. Wieder geht der relativ steinige Weg weiter, an mehreren Stellen gilt es, lokale Bäche zu überwinden, die gar nicht groß sind, aber es gibt meist rutschige nasse Steine, die es zu beachten gilt. Auf dem Weg zwischen den niedrigen Bäumen sieht man auch die Wasserfälle, die sich unter der Kugel befinden, von der ich absteige. Vom Gaisalpsee bis zur Geisalp-Kreuzung (zur Strasse) dauert es laut Wegweiser ca. eine Stunde. Auf dem Weg warten noch Ketten und mehrere Metallstufen auf mich. Die Ausblicke beschränken sich bereits hauptsächlich auf das Gaisalptal. Direkt oberhalb des Wegweisers in der Gaisalp melde ich zwei Bergrestaurants an, selbst die Wegweiser im Tal, die darauf hinweisen, geben Auskunft darüber, ob sie gerade geöffnet haben oder nicht. Beim Wegweiser wird die Straße geteilt, ich kann entweder nach Reichenbach fahren oder die Piste nach Oberstdorf queren. Die zweite Option gewinnt. Der Straße folgend, mit der ich zwei Serpentinen bewältige, steige ich zur Kapelle hinab, wo sich mein Weg von dem nach Reichenbach trennt und anfängt zu queren oder leicht an den Hängen des Rubihorns ansteigend. Er führt meist durch den Wald, aber hier und da gibt es einen Blick auf die Dörfer rund um Oberstdorf. Nur ca. 2 km von der Kapelle entfernt beginnt der Weg langsam abzusteigen und hält noch immer die Richtung der Traverse. Er überquert den Rossbichlbach und ändert die Richtung vor Oberstdorf, um zum Café (dessen Anwesenheit bereits durch die Schilder an der Kapelle angedeutet ist) abzusteigen und dann auf die Straße zu stoßen, die ich am Morgen zur Seealp zu erklimmen begann. Jetzt laufe ich einfach um die Brücken herum, darunter hatte ich eine etwas komische Situation, als mich das Radar auf den Ortsstraßen vermessen hat, obwohl ich gelaufen bin. Umso glücklicher war, dass hier eine Höchstgeschwin­digkeit von 5 km/h erlaubt war und ich es wirklich drauf anlegte. Dann einfach durch die Straßen von Oberstdorf laufen und für die nächsten 4 Stunden wird mich der Zug nach Hause rocken. Die gesamte Route dauerte etwa 7 Stunden im freien Tempo und mit Stopps. Der Höhenunterschied betrug ca. 1100 Höhenmeter, ebenso beim Abstieg.

Blick auf Oberstdorf

Die aufsteigenden Serpentinen eröffnen neue Perspektiven

Blick auf Oberstdorf
Autor: Petr Klauda © gigaplaces.com

Der Alpenblick ist immer wieder schön

Hier beginnen die Serpentinen vor dem Aufstieg zum Niedereck

Der Alpenblick ist immer wieder schön
Autor: Petr Klauda © gigaplaces.com

Blick zur Seealp

Mit zunehmenden Höhenmetern nehmen die Aussichten zu

Blick zur Seealp
Autor: Petr Klauda © gigaplaces.com

Kreuzung unterhalb des Rubihorns

Hier ging es zurück ins Tal

Kreuzung unterhalb des Rubihorns
Autor: Petr Klauda © gigaplaces.com

Blick zum Nebelhorn

Von der Kreuzung unterhalb des Rubihorns hat man eine tolle Aussicht views

Blick zum Nebelhorn
Autor: Petr Klauda © gigaplaces.com

Unterer Gaisalpsee

Der Abstieg am frühen Abend erschwerte das Fotografieren unter den langen Schatten etwas.

Unterer Gaisalpsee
Autor: Petr Klauda © gigaplaces.com
Applaus dem Autor des Artikels!
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