Glasdorf an der Moldau

Achtzehn Kilometer südwestlich von Prachatic liegt das Dorf Lenora. Diese ursprünglich Glashüttensiedlung entstand im Jahr 1834 am Zusammenfluss von Teplá Vltava (Teplá Moldau) und Řasnice (Soße Moldau). Heute ist es ein wichtiges Ziel für Touristen und Bootsfahrer.
Städtischer Brotbackofen
Das wohl bekannteste Denkmal im Ort ist der städtische Brotbackofen aus dem Jahr 1837, der seit 1958 als Kulturdenkmal eingetragen ist.
Der Ofen diente armen Bürgern, die sich keinen eigenen Ofen leisten konnten, zum gemeinsamen Brotbacken. Im Dorf gab es mehrere ähnliche Öfen. Allerdings blieb nur dieses erhalten, das nach dem Zweiten Weltkrieg noch mehrere Jahre in Betrieb war. Heute ist es wunderschön restauriert und einen Blick wert. Im Jahr 1998 erneuerten die Bürger vor Ort die Tradition des gemeinschaftlichen Backens und an ausgewählten Samstagen findet hier das öffentliche Backen von Brot und anderen Backwaren statt.

Gut gemacht
Unter der Straße vor dem östlichen Ortsrand überspannt ein überdachter Holzsteg mit Schindeldach (die sogenannte Rechle) die Moldau. Dieses bedeutende bautechnische Denkmal wurde im Jahr 1870 errichtet. Die Hauptfunktion dieser Vorrichtung war das Zurückhalten, Zählen und Austragen von Treibholz. Die Fußgängerbrücke ist weniger als 28 Meter lang und in der Tschechischen Republik gibt es ein ähnliches Bauwerk nur in Český Krumlov.


Rekonstruierte Fußgängerbrücke
Im Jahr 2014 wurde das bedeutende Denkmal einer Rekonstruktion unterzogen, bei der ein Höchstmaß an Originalelementen erhalten blieb. Daher sind die ausgehöhlten Löcher zum Einsetzen der Balken zur Aufnahme des schwimmenden Holzes im Boden gut sichtbar.
Glashütte
Holzvorräte und reichlich Wasser waren die Gründe, warum der Glasmacher Johann Meyr im Jahr 1834 diese jüngste Glasmachersiedlung im Böhmerwald gründete. Sie wurde nach der Frau des Fürsten Schwarzenberg, Eleonora, benannt. Später wurde der Name in seiner heutigen Form beibehalten. Trotz der Kriegsereignisse war die Glasfabrik hier bis 1995 in Betrieb, wurde dann nach erfolgloser Privatisierung geschlossen und das weitläufige Areal ist seitdem baufällig. An diese Tradition erinnert heute ein Glasmuseum in den Räumlichkeiten des Gemeindeamtes.

Schloss
Am westlichen Rand des Dorfes, an der Straße, steht ein Herrenhaus, das in den 1840er Jahren vom Miteigentümer der örtlichen Glashütte erbaut wurde. Zwei Gebäude im Empire-Stil mit gemeinsamem Innenhof und Landschaftspark werden einer Komplettsanierung unterzogen. Es befindet sich in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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