Eine Stadt, in der Geschichte auf Natur trifft
Etwa 16 km nordöstlich von Liberec, am Fuße des Isergebirges, liegt die Stadt Hejnice, die einen der bedeutendsten Wallfahrtsorte Mitteleuropas beherbergt. Dominiert wird die Stadt von der prächtigen Basilika Mariä Heimsuchung und dem angrenzenden Franziskanerkloster.
Geschichte und Gegenwart
Hejnice, 1917 von Kaiser Karl I. zur Stadt erhoben, blickt auf eine reiche Geschichte zurück, die vor allem mit seiner Wallfahrtsstadt verbunden ist. Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt dank der Porzellan-, Papier- und Textilindustrie eine Entwicklung, und 1900 erhielt sie einen Eisenbahnanschluss. Heute ist Hejnice ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Isergebirge und nach wie vor ein lebendiges kulturelles und spirituelles Zentrum.
Wallfahrtsort
Der Legende nach reicht die Geschichte des Wallfahrtsortes bis ins 13. Jahrhundert zurück. Erzählt wird die Geschichte der Heilung einer schwerkranken Frau und der Mutter eines kleinen Kindes. An der Stelle des Wunders unter der Linde wurde 1211 angeblich eine hölzerne Kapelle errichtet. 1498 wurde hier eine steinerne gotische Kirche feierlich geweiht. Später entstanden hier eine Basilika und ein Kloster.
Heute ist der Wallfahrtsort ein ganzjähriges lebendiges kirchliches, kulturelles und gesellschaftliches Leben und damit ein wichtiger Ort des Dialogs und der Begegnung.
Basilika
An der Stelle der ursprünglichen gotischen Kirche wurde während der Herrschaft der Familie Gallas eine neue monumentale Barockkirche errichtet. Die Kirche wurde am 1. Juli 1725 mit großem Pomp geweiht. Sie ist das größte sakrale Bauwerk in der Region Liberec und steht unter Denkmalschutz.
In der Kirche Mariä Heimsuchung finden heute regelmäßig Gottesdienste, Wallfahrtsfeste und unregelmäßige Konzerte klassischer Musik statt.
Franziskanerkloster
Ein wesentlicher Bestandteil des Wallfahrtsortes ist das neben der Basilika gelegene Franziskanerkloster. Es wurde 1692–1696 nach einem Entwurf des Architekten Marco Antonio Canevalle von der Familie Gallas erbaut und diente den Franziskanerbrüdern als Stützpunkt, die sich um die stetig wachsende Zahl der Pilger kümmerten.
Das Kloster ist heute ganzjährig für die Öffentlichkeit zugänglich und dient als Bildungs-, Konferenz- und Pilgerhaus: Im Jahr 2001 wurde aus dem ehemaligen Kloster das Internationale Zentrum für spirituelle Erneuerung. Es bietet moderne Unterkünfte mit einer Kapazität von 67 Betten, Konferenzräume und ein Restaurant. Es ist ein idealer Ort für Tagungen, Seminare und individuelle Entspannung inmitten des Isergebirges.
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