Das Backsteinjuwel von Danzig
Die Hauptkathedrale von Danzig trägt offiziell den Namen Mariä Himmelfahrt, wird aber im Volksmund einfach „Marienbasilika“ genannt. Sie ist im Stil der sogenannten Backsteingotik erbaut. Gemessen am Gesamtvolumen ist sie nach der Basilika San Petronio in Bologna die zweitgrößte Backsteinkathedrale der Welt.
Die erste Backsteinkirche wurde an dieser Stelle im Jahr 1343 errichtet. Die Basilika wurde in ihrer heutigen Form im Jahr 1496 fertiggestellt.
Zwischen 1536 und 1572 diente die Kirche gleichzeitig Lutheranern und Katholiken, vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1945 war sie rein lutherisch und seit 1946 ist sie katholisch.
Riesiges Gebäude
Die Kathedrale selbst ist gewaltig und besitzt drei Schiffe. Sie ist 105 Meter lang und 66 Meter breit. Der Hauptturm ragt 82 Meter in die Höhe und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Basilika bietet Platz für bis zu 25.000 Menschen.
Der Innenraum beeindruckt mit seinen schlicht dekorierten, hohen weißen Wänden und einem wunderschönen Altar im gotisch-renaissancezeitlichen Stil. Im Inneren überrascht die vergleichsweise schlichte Einrichtung.
Kirchturm
Gegen eine Gebühr kann man die rund 400 Stufen zum Kirchturm hinaufsteigen und den Blick über die Stadt genießen.
Die Danziger Kathedrale ist täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Aussichtsplattform des Turms ist von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
Innere
Sobald man das schlichte gotische Portal durchschritten hat, betritt man einen erstaunlich hellen und luftigen Innenraum. Trotz der Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg und der anschließenden Restaurierung hat die Basilika eine Reihe unschätzbarer Artefakte bewahrt.
Astronomische Uhr (Zegar Astronomiczny)
Eine der Hauptattraktionen ist die astronomische Uhr, die ungewöhnlicherweise im Inneren der Basilika und nicht, wie bei astronomischen Uhren üblich, außerhalb angebracht ist.
Die riesige Uhr wurde zwischen 1464 und 1470 von Hans Düringer geschaffen. Diese über 14 Meter hohe Uhr ist ein faszinierendes Beispiel mittelalterlicher Technik und Kunst und zeigt nicht nur die Zeit, sondern auch den Kalender, die Mondphasen und die Positionen der Himmelskörper an.
Der Hauptaltar (Ołtarz Główny)
Ein beeindruckendes gotisches Werk aus dem Jahr 1517 dominiert den Presbyteriumsraum. Es zeigt die Krönung Mariens und ist ein meisterhaftes Beispiel mittelalterlicher Bildhauerkunst. Bemerkenswert ist, dass der Altar zusammenklappbar ist und somit je nach Kirchenjahr unterschiedliche Darstellungen ermöglicht.
Kapelle des Heiligen Kreuzes
Die Kapelle wurde 1424 gegründet. Sie wird vom Altar des Heiligen Adrian aus dem Jahr 1520 und Statuen von Jesus und Moses aus dem Jahr 1765 dominiert.
Taufbecken
Das Baptisterium aus dem 16. Jahrhundert wurde im Krieg schwer beschädigt. Es beherbergt heute ein rekonstruiertes Werk, das Teile des ursprünglichen Baptisteriums enthält.
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